Gut auf die Pflege und Begleitung sterbender Menschen vorbereitet

Waldbreitbach (fs). Mitte November konnten 17 Frauen aus unterschiedlichsten Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ein Zertifikat der Edith-Stein-Akademie mit nach Hause nehmen: Sie hatten den Kurs Palliative Care, den die Akademie schon zum 9. Male anbietet, erfolgreich abgeschlossen. In 160 Unterrichtsstunden haben sie sich seit November 2010 den theoretischen Hintergrund für die Behandlung, Pflege und Begleitung schwerstkranker und sterbender Patienten und Bewohner erarbeitet. Dafür kamen sie insgesamt vier Mal im Bildungs- und Tagungshaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen für eine Woche zusammen. „Vieles, das wir im Kurs besprochen haben, konnte ich direkt in meine Arbeit integrieren – nach jeder Seminarwoche wieder ein wenig mehr", so die Erfah-rung einer Teilnehmerin, die wie ihre Mitstreiterinnen in der Praxis häufig sterbende Menschen betreut.

„Dieses Jahr haben wir mit einem Abschlusskolloquium eine Neuerung eingeführt", erklärte Kursleiterin Michaele Günter: Die Teilnehmerinnen mussten in einer Prüfung an einem Fallbeispiel zeigen, was sie gelernt haben. Im Bereich Palliative Care zu prüfen, so Günter, sei eine besondere Herausforderung, da die Teilnehmer nicht nur reines Wissen vermittelt bekämen, sondern vor allem an einer palliativen Haltung arbeiteten, um schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen stets achtsam zu begegnen. Sie sollen sich bei ihrer Arbeit die Neugier des Anfängers erhalten, gab Günter den Absolventinnen mit auf den Weg. Dann würden sie jede Situation unvoreingenommen einschätzen, Routinen vermeiden und sich ihre Kreativität im Umgang mit den verschiedenen Menschen bewahren.

Mit Palliative Care soll schwerstkranken und sterbenden Menschen ein möglichst schmerzfreies Leben ermöglicht und ihre Beschwerden so weit wie möglich gelindert werden. Zur berufsbegleitenden Weiterbildung zählen daher Grundkenntnisse in der Tumorschmerztherapie sowie entsprechende Pflegemöglichkeiten. Um für den Umgang und Gespräche mit Schwerstkranken vorbereitet zu sein, gehören unter anderem auch Kommunikationstechniken zur Ausbildung, ebenso wie die Bearbeitung von psychologischen Aspekten und religiösen, kulturellen sowie ethischen Fragestellungen in der Sterbebegleitung.

abschluss Palliative-Care-2011
Gemeinsam mit den Absolventinnen freute sich Kursleiterin Michaele Günter (links) über den erfolgreich abgeschlossenen Kurs Palliative Care. Foto: fs

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